Anwalt für Mobbingopfer

Bei Mobbing ist es durchaus ratsam, einen Anwalt zur Hilfe zu nehmen. Sich allein gegen die ganzen Schikanen und Demütigungen zur Wehr zu setzen, ist durch die erfahrenen Schwächungen schnell ein aussichtloses Unterfangen. Hinzu kommt, dass nicht jeder Arbeitgeber und Betriebsrat Mobbing ernst nimmt oder nicht weiß, wie er damit umgehen soll.

Mit einem Rechtsanwalt ist man daher deutlich besser beraten. Man zahlt einen Profi dafür, dass er die Dinge wieder für einen in Ordnung bringt. Der Rechtsanwalt hat gegenüber seinem Klienten eine Verpflichtung und haftet für diese. Ein weiterer Vorteil gegenüber betriebsinterner Hilfe ist seine Unbefangenheit. Er steht außerhalb des Geschehens und kennt als guter Rechtsanwalt die Spielarten und richtigen Strategien.

Wie aber findet man einen guten Rechtsanwalt für den Kampf gegen Mobbing?

Auswahlkriterium Nummer 1: Fachanwalt für Arbeitsrecht

Anwälte in Deutschland sind ein Stück weit Generalisten und können theoretisch fast überall helfen. Das deutsche Arbeitsrecht an sich ist zudem nicht so kompliziert wie manch andere Rechtsgebiete. Bei vielen Belangen kann man sich recht schnell selbst einlesen.

Klar sollte sein, dass für die bestmögliche Verteidigung ein Spezialist Gold wert ist. Wie heißt es so schön: »Recht zu haben heißt noch lange nicht, Recht zu bekommen«. Neben Kenntnis der Rechtslage ist dass Wissen, wie man sein Recht effektiv durchsetzt, von entscheidender Bedeutung. Und genau trennt sich der Spreu vom Weizen…

Ein Rechtsanwalt für Arbeitsrecht kennt sich mit der immer stärker zunehmenden Thematik Mobbing und Bossings bestens aus. Er weiß welche Verteidigungslinien es gibt und wie man diese nötigenfalls vor Gericht dursetzt.

Wie findet man einen Rechtsanwalt für Arbeitsrecht

Suche über Internetplattformen

 Im Internet gibt es mehrere Plattformen, auf denen Anwälte nach ihren Fachgebiet und Standort gesucht werden können. Kurze Exposes helfen zudem dabei, sich einen ersten Eindruck zu verschaffen.

Bei manchen Portalen werden auch Bewertungen veröffentlicht (z.B. www.anwalt.de). Damit bekommt man einen Eindruck, mit was für Fällen sich der jeweilige Anwalt beschäftigt hat und was seine Klienten an ihm geschätzt haben. Zu viel Wert sollte man auf solche Bewertungen jedoch nicht legen. Man weiß nicht, wer die Bewertungen wirklich geschrieben hat und inwiefern sie als »Marketing Instrument« genutzt wurden.

Aber der erste Eindruck zählt nun einmal. Muten die Bewertungen schon eigenartig an (zu gut, zu negativ, zu künstlich) und wirkt dann auch noch das Bild unsympathisch, sucht man besser weiter (Erklärung hierfür weiter unten).

Empfehlungen von Bekannten und Familie einholen

Aus meiner Sicht ist es am sinnvollsten, im Bekannten und Verwandtenkreis nach Empfehlungen für Anwälte zu fragen. Bei der Suche nach einem Zahnarzt macht man es schließlich doch auch nicht anders.

Dieser Ansatz hat den Vorteil, dass man ein wenig mehr über den Anwalt erfährt. Ist er wirklich gewissenhaft und sorgfältig? Hat er für seinen Klienten bis aufs äußerste gekämpft? Wofür steht dieser Mensch usw.?

Natürlich hat nicht jeder Bekannte und Verwandte, die einen Anwalt fürs Arbeitsrecht benötigt haben. Aber oftmals führt der Weg von einem Anwalt über die Empfehlung zu einem Kollegen. Auch hier greift wieder der Vergleich mit den Ärzten. Der Hausarzt schickt einen schließlich auch zu einem Spezialisten, den er für richtig hält.

Auswahlkriterium Nummer 2: Vertrauen

Mobbing ist eine Variante von psychischer Folter. Die eigene Welt bricht zusammen und man verfängt sich nur zu schnell in Selbstzweifel. Was kann einem da der beste Fachanwalt helfen, wenn man kein Vertrauen zu ihm hat?

Die Aufgabe des Anwalts ist es nicht allein, über die Rechtslage aufzuklären und diese durchzusetzen. Bei Mobbing und insbesondere Bossing ist man am Arbeitsplanen Schikanen ausgesetzt, bei denen man erst einmal nicht weiß, wie man damit umgehen soll. Beispielsweise kann einen der Chef niedere/unwürdige Aufgaben anordnen. Folgt man diesen und lässt man es sein. In solchen Situationen bewegt man sich auf einen recht schmalen Grat. Und gerade in solchen Fällen ist es unerlässlich, dass man auf die Ratschläge seines Anwalts absolut vertrauen kann.

Das Bauchgefühl als Vertrauensindikator

Manche Menschen sind damit gesegnet, einen besonders guten Zugang zu ihrer Gefühlswelt zu haben. Der Bauch spricht mit ihnen. Daher fällt ihnen die Entscheidung, ob sie jemanden Vertrauen können, sehr leicht.

Für Kopfmenschen (ich selber bin auch einer) ist die Sache etwas anders gelagert. Wo der Bauch schweigt, muss eben der Verstand stärker heran. Das Zauberwort heißt hier Konsistenz. Gemeint ist, wie stimmig wirkt der Anwalt als ganzes. Passt seine Internetseite, seine Wortwahl, sein Foto etc. zu seinem Verhalten. Gibt er ein stimmiges Bild ab, oder kommen da irgendwo Zweifel hoch? Manchmal können das Kleinigkeiten sein, wie bspw. Oberflächliche oder übermütige Äußerungen oder Schlichtweg Unpünktlichkeit oder schlechte Erreichbarkeit sein.

Empathie als Vertrauensbasis

Bei Mobbing braucht man einen Anwalt der gleichzeitig auch Seelsorger ist. Wieviel Mühe gibt sich der Anwalt, um Dein Problem zu verstehen. Zieht er vorschnell Schlüsse oder stellt er zum besseren Verständnis Nachfragen?

Wie wirkt seine Stimme auf Dich? Welche Mühe gibt er sich, Dich zu beruhigen? Spricht er eine für Dich verständliche Sprache oder verwendet er Fremd- und Fachwörter, die Dir nicht vertraut sind? Zeigt er Dir Auswege auf? Hast Du das Gefühl, dass Du diesem Menschen Dein Leben anvertrauen würdest? Bist Du Dir sicher, dass der Anwalt wirklich für Dich kämpft?

Auswahkriterium Nummer 3: Erfahrung

Es ist natürlich immer hilfreich, wenn Dein Anwalt schon viele vergleichbare Fälle betreut hat. Er kann dann auf seine Erfahrungen zurückgreifen. Das ermöglicht ihm, Dir die bestmöglichen Tipps zu geben. Außerdem wird er Dir recht genau angeben können, welche Erfolgsaussichten Du hast.

Juristen sind jedoch keine Mathematiker. Ob und inwiefern Dinge durchsetzbar sind hängt häufig an kleinen Details und auch an dem jeweiligen Richter (wenn es zum Prozess kommen sollte). Erfahrung hat daher hier durchaus seinen Wert, aber sie ist eben auch nicht alles.

Arbeitsrecht ist kein Buch mit sieben Siegeln. Ein guter Anwalt wird sich in Deine Problematik schnell einlesen können und geeignete Referenfälle und die dazugehörigen Urteile finden. Es ist also nicht von entscheidender Bedeutung, dass er solche Sachen selbst durchgekämpft hat (auch wenn es natürlich hilfreich ist).

Woran man einen erfahrenen Anwalt erkennt:

Wie so oft im Leben… Profis erkennt man daran, dass sie handeln und nicht so viel reden. Sie machen das, was erforderlich ist und kümmern sich nicht um nebensächliches. Junge und unerfahrene Juristen kämpfen oft um jede Kleinigkeit. Sie verwenden eine agressive Sprache in ihren Geschäftbriefen und Klageschriften. Zudem neigen sie dazu, Dinge zu dramatisieren, anstatt sich allein auf belegbare Fakten zu beschränken.

Ein weiterer Anhaltspunkt ist, dass erfahrenere Anwälte stärker im Sinne ihrer Mandanten kämpfen. Das erkennt man unter anderem daran, dass ein erfahrener Jurist nicht zwingend einen Vergleich (an dem er mehr Geld verdient) anstrebt. Er wird sich auf das beschränken, was sein Mandant wirklich braucht und ihm die jeweiligen Erfolgsaussichten im Detail erläutern.

Einen erfahrenen Anwalt kann man unter anderem auch daran erkennen, dass er nicht auf alles gleiche eine Antwort hat. Wie oben schon geschrieben, ist jeder Fall und dessen Konstellation anders. Es ist daher durchaus normal, dass der Anwalt erst einmal recherchieren muss, um die geeignete Strategie zu ermitteln.

Kein Auswahlkriterium: Der Preis

Im Arbeitsrecht wird nach Rechtsanwaltsvergütungsgesetz (RVG) abgerechnet. Mit anderen Worten, die Anwälte bekommen alle die gleichen festgelegten Sätze. Eine Unterscheidung nach teurem oder billigem Anwalt gibt es daher nicht.

Das zu zahlende Honorar hängt vom eigenen Einkommen ab und der Tätigkeitsumfänge des Anwalts. Wer wissen will, was auf ihn in etwa zukommt, fragt einfach seinen Anwalt. Dieser schlägt in den Tabellen nach und kann einen Richtwert nennen.

An dieser Stelle sei noch angemerkt, dass im Arbeitsrecht jede Partei ihre eigenen Kosten trägt. Selbst wenn man einen arbeitsrechtlichen Prozess gewinnt, muss man seine eigenen Kosten tragen. Da die Sätze sich jedoch am eigenen Einkommen orientieren, sollte diese Last eigentlich für jeden tragbar sein.

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