Krankschreiben wegen Mobbing

Krankschreiben wegen Mobbing… davor hat so mancher Gemobbte Angst oder Scham.   Insbesondere wer bisher mit einer guten Gesundheit gesegnet war und selten bis gar nicht zum Arzt gegangen ist, befürchtet, für einen Simulanten abgestempelt zu werden. 

Im Gegensatz zu körperlichen Gebrechen sind seelische Verletzungen für einen selbst und der Außenwelt nicht so leicht zu erkennen. Genau hier liegt auch die Gefahr für einen selbst. Durch Mobbing wird das jeweilige Opfer scheibchenweise zermürbt. Der Betroffene merkt die erlittenen Schwächungen oftmals erst dann, wenn er schon am Boden liegt und aus eigener Kraft kaum noch aufstehen kann.

Mein dringender Rat lautet daher: Gehe bei Mobbing frühzeitig zum Arzt. Sei Dir nicht zu stolz. Versuche nicht den Starken zu markieren. Lass einen Spezialisten prüfen, wie schlimm es um Dich bestellt ist, bevor es möglicherweise zu spät ist. Die Folgen von Mobbing sollten auf gar keinen Fall auf die leichter Schulter genommen werden. Kleiner Hinweis: Ca. 15% aller Selbstmorde gehen auf das Konto von Mobbing.

Der Weg zum Hausarzt: Ist Mobbing ein Krankheitsbild?

Für viele ist der Weg zum Arzt Stress pur. »Was soll ich Arzt sagen?« oder »Nimmt mir der Doktor mir mein Leiden überhaupt?«. Diese und ähnliche Fragen sind auch mir durch den Kopf gegangen, bevor ich mich endlich auf dem Weg gemacht habe.

All diese Fragen kann man sich jedoch sparen. Mobbing ist keine Krankheit. Für eine Krankschreibung ist eine gesundheitliche Störung erforderlich, die einen arbeitsunfähig gemacht hat. Mobbing ist in diesem Zusammenhang die Ursache der Störung und nicht die Störung selbst.

Typische Krankheitsbilder, die durch Mobbing hervorgerufen werden

Statt sich Gedanken zu machen, was man den Arzt sagt, ist es einfacher, einmal in sich hinein zu horchen. Wie fühlst Du Dich? Bist Du glücklich und ausgeglichen oder liegt etwa eine schwere Last auf Dir, die Dich zu erdrücken droht und Kopfzerbrechen bereitet?

Wie oben schon beschrieben… bei Mobbing brauchst Du nicht auf körperliche Leiden zu achten. Wenn Du dort Beeinträchtigungen feststellst, ist es eh schon allerhöchste Eisenbahn. Viel eher geht es darum, Dein Seelenheil zu überprüfen. 

Insbesondere Kopfmenschen haben wenig Zugang zu Ihrer Seelen- und Gefühlswelt. Allerdings gibt es glücklicherweise deutliche Anzeichen, wenn die Seele und Körper sich nicht im Gleichgewicht befinden. Diese sind:

  • Konzentrationsschwäche (Du stehst bspw. vor Deinem Kühlschrank und weißt auf einmal nicht mehr, was Du da eigentlich wolltest.
  • Innere Unruhe (Du gehst bspw. in Deiner Wohnung auf und ab, kannst nicht still sitzen oder einfach keinen Frieden finden).
  • Antriebslosigkeit (Dir fällt es bspw. sehr schwer, aus dem Bett zu kommen; zu den einfachsten Dingen musst Du Dich zwingen; irgendwie scheint nichts mehr einen Sinn zu machen oder wichtig zu sein).
  • Magen-Darm Probleme (wenn die Verdauung auf einmal nicht mehr so geschmeidigt funktioniert, wie bisher. Z.B. häufiges auf Toilette gehen. Häufiges Aufstoßen bis hin zu Durchfall und Magenkrämpfen)
  • Kopfschmerzen (durch das viele Grübeln, Selbstzweifel, Suche nach einem Ausweg)
  • Nervlicher Zusammenbruch (wenn es einfach nicht mehr geht; wenn selbst der Gedanken an die Arbeit einen in Panik und / oder Schockstarre versetzt)

Der Hausarzt ist Dein Freund und Helfer

Auch wenn Mediziner heute nicht mehr den Eid des Hippokrates schwören müssen, so ist es zumindest ihre Berufung, kranken Menschen zu helfen. Ärzte sind somit erst einmal für Dich da. Die ärztliche Schweigepflicht stellt zudem sicher, dass Du Deinem Arzt alle Sorgen und Nöte mitteilen kannst (und für Deine Genesung auch mitteilen solltest).

Und… Du kannst davon ausgehen, dass der Doktor (auch wenn er Dich noch nicht kennen sollte), Dich verstehen wird. Auch wenn es das Thema Mobbing noch nicht in die Gazetten geschafft hat, so betrifft es leider immer mehr Menschen. Ärzte kennen das Probelm und wissen, durch welche Hölle der eine oder andere geht.

Ich selber musste schon 2x wegen Mobbings zum Arzt. In beiden Fällen kannte ich die Ärzte vorher nicht (weil ich neu in der Stadt war). Und in beiden Fällen wussten die Ärzte bereits nach einem Satz von mir, was Sache war. Die Frage war dann nur noch: »Wie lange soll ich Sie krankschreiben?«.

Natürlich will der Arzt auch die Gesamtsituation verstehen. Er will schließlich bestmöglich helfen. Mit einer AU / einfachem Krankschreibung ist nur insofern Hilfe gegeben, dass Du erst einmal aus der Schusslinie genommen wirst. Aber wie soll es danach für Dich weitergehen?

Psychopharmaka und die Angst vor Medikamenten

Wie oben bereits beschrieben, merkt man selbst oft erst recht spät, wie schlimm es um einen bestellt ist. Ärzte sind Profis und haben einen wesentlich besseren Blick auf solche Dinge (deswegen sind sie ja Ärzte).

Bei den oben beschriebenen Folgen von Mobbing ist es nicht unüblich, dass Ärzte zu Beruhigungsmitteln raten. Bei vielen gehen hier die Alarmglocken an. Ich selber gehöre auch zu denjenigen, die vor solchen Medikamenten Angst haben (wegen Abhängigkeitspotential und Eingriff in die Psyche). 

Aber… wenn es denn gar nicht mehr, sollte man solche Mittel nehmen. Wie bereits mehrmals geschrieben, verkennt man nur zu leicht, wie sehr man neben sich steht. So war ich beispielsweise an meinen schlimmsten Tagen nicht in der Lage, ein Brot aus dem Supermarktregal zu nehmen (siehe auch meine Story). Ein anderes Mal fuhr ich im Schritttempo auf einem sehr übersichtlichen Parktplatz in ein direkt vor mir stehendes Auto (es war die ganze Zeit da und ich schaute auch die ganze Zeit in die Richtung).

Falscher Stolz macht die Dinge nur noch schlimmer. Wenn die Folgen von Mobbing für irgendetwas gut sein sollten, dann dafür, sich in Demut zu üben und sich in seiner Schwäche anderen anzuvertrauen.

Wenn der Arzt nicht mitspielt…

Wie oben bereits beschrieben, werden die meisten Ärzte Mobbing und seine Folgen bestens verstehen. Für den Fall, dass es tatsächlich mal einen Arzt geben sollte, für den dies Neuland sein sollte, ist die Hoffnung noch lange nicht vergeben.

Krankheit ist nicht planbar. Sie passiert. Deswegen geht man zum Hausarzt und muss sich insbesondere bei Arbeitsunfähigkeit nicht Tage vorher melden und einen Termin machen. Wenn ein Arzt also nicht mitspielen sollte, einfach zum nächsten gehen. Vorher anrufen schadet nicht. Für die meisten Hausarztpraxen gehört es zum täglichen Geschäft, zahlreiche Notfälle irgendwie mit unterzubringen.

Vor dem Gang zum Arzt sollte unbedingt der Arbeitgeber informiert werden. Ein Blick in den Arbeitsvertrag kann nicht schaden. Dort kann mitunter festgelegt sein, dass man sich persönlich (also telefonisch) bei seinem Vorgesetzten zu melden hat. Auch sollte man unbedingt die im Arbeitsvertrag Fristen für das Einreichen der AU beim Arbeitgeber berücksichtigen (in der Regel am dritten Tag der Arbeitsunfähigkeit, aber auch bereits am ersten Tag möglich).

Wie lange kann man sich bei Mobbing krankschreiben lassen?

Die Dauer der Krankschreibung liegt im Ermessen des Arztes. In der Regel stellen Hausärzte eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung für maximal 2 Wochen am Stück aus. Je nach Schwere der Krankheit bzw. dem Genesungsgrad kann der Doktor die Krankschreibungen mehrmals verlängern (i.d.R. für maximal jeweils weitere zwei Wochen).

Im Prinzip kann auf diesem Wege eine Krankschreibung über einen langen Zeitraum erfolgen. Am Ende der Strecke stünde (falls man wirklich nicht mehr in der Lage zum Arbeiten sein sollte) dann die Erwerbsunfähigkeit. Niemand will wirklich, dass es soweit kommt. Der Arbeitgeber wird zum einen das Gehalt nicht auf »Ewigkeit« zahlen wollen und können. Zum anderen wird der Arbeitgeber in seiner Fürsorgepficht daran interessiert sein, gesundheitliche Verbesserungen für seinen erkankten Mitarbeiter herbeizuführen (und sei es nur, ihm ein weniger belastendes Aufgabenfeld zu geben).

Lohnfortzahlung im Krankheitsfall - Dauer und Umfang

Während der ersten 6 Wochen einer Krankheit wird das Gehalt weiterhin vom Arbeitgeber bezahlt (längerer Zeitraum per Regelung im Arbeitsvertrag möglich). Bezugszeitraum für die Krankheit sind dabei die vergangenen 12 Monate. 

Ist man beispielsweise 3x innerhalb von 12 Monaten für das gleiche Krankheitsbild krankgeschrieben, ergeben sich in Summe die genannten 6 Wochen. Dabei ist unerheblich, ob die die Krankschreibungen direkt hintereinander erfolgt sind oder es mehrwöchige Pausen dazwischen gab.

Ebenfalls sollte man bedenken, dass Folgeekrankungen zum gleichen Krankheitsbild zählen und zur Aufsummierung der 6 Wochen beitragen. Ein Beispiel hierfür wäre ein festgestellte Diabetis und spätere Gefäßerkrankungen (die aus der Diabetis resultieren). Inwiefern Krankheitsbilder zusammenhängen erfährt man am besten vom Arzt oder seinem Anwalt (er weiß, wie Dinge vor Gericht gedeutet werden).

Anders stellt sich die Situation jedoch dar, wenn man innerhalb von 12 Monaten an unterschiedlichen Krankheiten leidet, die sich gegenseitig nicht bedingen. Hat man beispielsweise in Summe 4 Wochen lang Grippe, 5 Wochen ein gebrochenes Bein und 5 Wochen ein Magengeschwür kommt man zwar in Summe auf 14 Wochen Arbeitsunfähigkeit, aber die 6 Wochen-Frist gilt für jede einzelne Erkrankung innerhalb des Betrachtungszeitraums von 12 Monaten.

Gegenüber seinem Arbeitgeber ist man zur Offenlegung seiner Krankenakte & Krankheitsbilder nicht verpflichtet. Allerdings kann dieser bei der Krankenkasse nachfragen, inwiefern es sich um zusammenhängende Folgeerkrankungen gehandelt hat (auf der Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung für die Krankenkasse sind die ICD-10 Krankheitscodes enthalten / im Exemplar für den Arbeitgeber selbstverständlich nicht).

Klar sollte auch sein, dass direkt aneinander grenzende Arbeitsunfähigkeiten immer den Eindruck einer Folgeerkrankung erwecken. Ganz nach dem Motto: noch gar nicht auskuriert und schon wieder krank…

Krankengeld von der Krankenkasse

Nach den 6 Wochen Lohnfortzahlung durch den Arbeitgeber übernimmt die gesetzliche Krankenkasse die Zahlung des sogenannten Krankengelds. Die Höhe der Zahlung beläuft sich auf 70% des Nettolohns. Wer es genau wissen will, kann seinen Wert per Krankengeld-Rechner ermitteln.

Das Krankengeld wird von der Krankenkasse für maximal 78 Wochen (1,5 Jahre gezahlt). Nach einer so langen Krankheit kann im Normalfall davon ausgegangen werden, dass man nicht  mehr in der Lage ist, seinen Job auszuüben. Bei einer solch langen Ausfallzeit stellt sich auch die Frage, inwiefern man überhaupt noch erwerbsfähig ist.

Bei einem solch komplexen Thema kann ich nur dringend dazu raten, sich von einem Anwalt beraten zu lassen. Spannend ist hierbei auch, inwiefern der Nachweis gelingt, dass die Erwerbsunfähigkeit durch den Arbeitgeber verschuldet worden ist (durch Missachtung seiner Fürsorgepflicht oder gar direktes Bossing).

BEM Betriebliches Eingliederungsmanagement

Nach mehr als 6 Wochen Arbeitsunfähigkeit innerhalb von 12 Monaten mit dem gleichen Krankheitsbild ist der Arbeitgeber verpflichtet, ein zu seinem sogenannten betrieblichen Eingliederungsamanagement anzubieten.

Zielsetzung hierbei ist es, die Ursachen der Arbeitsunfähigkeit zu identifizieren und die Arbeitsfähigkeit des betroffenen Arbeitnehmers schnellstmöglich wieder herzustellen. Gegenstand des BEM ist es, präventive Maßnahme zum Verhindern weiterer Erkrankungen zu treffen.

Für den Arbeitnehmer ist die Teilnahme am BEM prinzipiell freiwillig. Verweigert er sich diesem oder verhält sich bei der Durchführung zu passiv (z.B. weil er keine Vorschläge zu potentiellen Einsatzgebieten macht) könnte ihm dies im weiteren Verlauf negativ ausgelegt werden (z.B. bei krankheitsbedingter Kündigung).

Führt hingegen der Arbeitgeber das BEM nicht ordnungsgemäß durch oder versäumt es gar, sinken damit seine Chancen auf eine spätere krankheitsbedingte Kündigung (siehe Bundesministerium für Arbeit und Soziales). Das BEM ist gerade dazu gedacht, eine mildere bzw. sanftere Lösung zu einer Kündigung aufgrund der langen Arbeitsunfähigkeit (und möglicherweise fehlenden positiven Genesungsaussichten) zu finden.

Insbesondere bei Bossing ist zu befürchten, dass das Eingliederungsmanagement als Ausgliederungsmaßnahme missbraucht wird. Auch hier lautet mein Rat erneut: Unbedingt einen Anwalt einschalten.

Warum man von Krankmeldungen bei Mobbing Gebrauch machen sollte

Krankmeldung um die eigene Glaubwürdigkeit zu unterstreichen

Mobbing ist ohnehin schon schwer genug zu beweisen. Noch schwieriger wird es, wenn man die ganzen Schwächungen und Kränkungen für die Außenwelt unsichtbar hinnimmt, so als sei nix gewesen. Wie will man dann glaubhaft beweisen, dass man systematisch fertig gemacht und zermürbt wurde?

Forderungen auf Schadensersatz wegen Mobbings haben vor Gericht nur dann Aussicht auf Erfolg, wenn auch ein Schaden entstanden ist. Das Handelsblatt titulierte hierzu passend: "Wer nicht krank wird, kriegt auch nichts" Also bloß keine falsche Scham vor der Krankmeldung...

Krankmeldung als Schutzmaßnahme

Wenn Gefahr droht hat der Mensch drei Handlungsoptionen: fliehen, erstarren, kämpfen. Bei Mobbing kommt eigentlich nur die Flucht als einzig sinnvolle Maßnahme im akuten Fall infrage. Mit Erstarren setzt man sich nur weiteren Schikanen aus. Zum Kämpfen fehlt bei Mobbing schnell die Energie.

Mit der "Flucht" bekommt man erst einaml Abstand. Dieser hilft dabei, seine Wunden etwas zu heilen. Damit ist man mit ein wenig Glück nach ein paar Tagen wieder in der Lage, klare Gedanken zu fassen. Das ermöglicht wiederum sich Strategien für einen späteren Kampf zu überlegen und sich die dafür erforderliche Hilfe zu suchen (z.B. Rechtsanwalt... Es hat schon seinen Grund, warum ich das ständig empfehle).

Zur Vermeidung der Sperrfrist beim Arbeitsamt bei Eigenkündigung

Manchmal können die Schikanen durch Mobbing so schlimm sein, dass man nie wieder an seinen Arbeitsplatz zurück will. Kann Mobbing nachgewiesen werden, kann man mittels eines Anwalts die sofortige Aufhebung des Arbeitsverhältnisses durchsetzen. Im Prinzip handelt es sich dabei um eine Eigenkündigung aus wichtigem Grunde.

Kündigt man seinen Job jedoch selbst, unterliegt man im Regelfall einer Sperrfrist von 12 Wochen beim Arbeitsamt. Kann man mit Hilfe des Arztes jedoch nachweisen, dass die Kündigung des Arbeitsverhältnisses aufgrund der Folgen von Mobbing, also einem wichtigen Grund, erfolgt ist, kann man die Sperrfrist umgehen.

Risiken bei Krankmeldung wegen Mobbing

Nachteile bei Versicherungen

Mit einer Mobbing, Depression und / oder Burnout Vergangenheit kann man durchaus Probleme beim Neuabschluss Berufsunfähigkeits- und Unfallversicherungen haben. Von den Vorfällen braucht man dem Versicherer freilich nichts zu sagen. Allerdings muss man beim Abschluss der Vergangenheit Angaben zu Erkrankungen innerhalb der letzten Jahre machen (Zeiträume unterscheiden sich bei den Versicherungen).

Ist man dann beispielsweise wegen psychischer Leiden mehrere Woche arbeitsunfähig gewesen, stellt man für die Versicherung (verständlicherweise) ein hohes Risiko dar.

Für den Fall, dass man solche Versicherungen zukünftigt abschließen oder zu einem anderen Anbieter wechseln möchte, sollte man sich unbedingt mit seinen Versicherungsmakler in Verbindung setzen.

Kündigung wegen Krankheit

Sollte sich abzeichnen, dass man aufgrund langer Arbeitsunfähigkeit nicht mehr in der Lage ist, seinen Job auszuüben, kann dies zu einer krankheitsbedingten Kündigung führen. Wie oben bereits beschrieben, setzt vorher das BEM ein, um genau dies zu verhindern.

Natürlich wird die Durchsetzung einer Kündigung schwierig, wenn der Arbeitgeber etwa durch die Verletzung seiner Fürsorgepflicht die Krankheit verursacht hat. Duldet der Arbeitgeber Mobbing bzw. unternimmt nichts dagegen nichts, kann eine solche Verletzung gegeben sein. Der Arbeitgeber kann sich dann auch nicht damit herausreden, dass er nicht hatte absehen können, dass die Mobbinghandlungen zu einer gesundheitlichen Beeinträchtigung geführt haben.

Leider ist es oftmals sehr Problematisch, das geschehene Mobbing vor Gericht glaubhaft darzustellen. Insofern können lange Krankmeldungen zu einer Kündigung führen. Auch hier sollte man sich unbedingt mit einem Rechtsanwalt in Verbindung setzen.

Freistellung wegen Krankheit

Vermutet der Arbeitgeber, dass ein Mitarbeiter aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr in der Lage ist, seine Arbeit auszuüben, kann er ihn von der Krankheit freistellen.

Diese Maßnahme klingt zunächst nicht so schlimm. Bei der Freistellung muss das Gehalt weiterhin gezahlt werden. Allerdings ist eine solche Freistellung eine Vorstufe zu einer später geplanten Kündigung. Nachteilig ist eine solche Freistellung auch, wenn man trotz des Mobbings noch vorhaben sollte, weiter in dem Betrieb zu arbeiten.

Durch die Freistellung wird man weiter auf das Abstellgleis gestellt. Gemäß dem Motto: Aus den Augen aus dem Sinn... wird es mit zunehmender Abwesenheit natürlich immer schwieriger, an seinen Arbeitsplatz zurückzufinden. Durch den Abstand entfremdet man sich zum einen. Zum anderen droht man von den anderen nicht mehr ernst genommen zu werden (da man nach langer Abwesenheit im Kollegium irgendwann als abgeschrieben gilt.)

 

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Lieber Mobbing Ratgeber und Kollege,

vielen Dank für deinen wertvollen und hilfreichen Artikel rundum das Thema Krankschreiben wegen Mobbing. Da ist alles wichtige drin! Wahrlich ein Meisterwerk, dass ich sehr gerne teile und verbreite!

Viele Grüße

Andreas Schmied