Musiktherapie für schwierige Phasen

Bei Musiktherapie denkt manch einer schnell an Klangschalen, klassische Musik oder irgendwelches esoterisches Brimborium. Keine Angst, damit werde ich in diesem Artikel nicht kommen. Stattdessen liefere ich Dir einen Ansatz, mit dem Du selbst bei tiefer Niedergeschlagenheit wieder zu Energie kommen kannst.

Was ist Musik eigentlich?

Physikalisch betrachtet handelt es sich bei Musik um akustische Schwingungen, die sich in einem bestimmten Muster (Rythmus und Tonfolge) wiederholen. Vergegenwärtig man sich, dass jeder Gegenstand eine Eigenfrequenz hat, wird die Sache schon interessanter. Erwischt man die richtige Frequenz, kann man mit Schall Gegenstände anregen, also zum Schwingen bringen und diese bei ausreichen Schalldruck auch zerstören. Beispiel hierfür ist die berühmt berüchtigte Opernsängerin, die mit ihrer Stimme Weingläser zerspringen lassen kann. Das muss man nicht glauben. Allerdings ist das Zerstören von Nierensteinen mittels Schallwellen ein in der Praxis angewandtes Faktum.

Halten wir fest, mit Schall und damit auch mit Musik kann man Dinge in Schwingung verstetzen. Aber der Musik verfügt bezogen auf den Menschen mehrere magische Komponenten.

Die emotionale Komponente der Musik

Die größte Magie von Musik liegt in ihrem emotionalen Potenzial. Musik kann in unser alle möglichen Emotionen antriggern. Sei es Wut, Liebe, Fröhlichkeit, Verliebtsein, Hass, etc., mit dem richtigen Lied kann Musik all das in uns hervorrufen. Natürlich müssen wir uns dazu auf die Musik einlassen. Kühlen deutschen Seelen fällt das naturgemäß etwas schwieriger als bespielsweise heißblütigen Latinos. 

Aber selbst, wenn das Tanzbein nicht mitschwingt hat Musik noch eine weitere großartige Komponente. Musik kann spielend einfach Erinnerung in uns hervorrufen. Wir brauchen uns gar nicht anszustrengen, um uns an die Musik aus unserer Jugend zu erinnern. Läuft sie zufällig im Radio, sind unsere Erinnerung an die alte Zeit sofort wieder präsent, so als wäre es gestern. Mit geschlossenen Augen wird Musik so zur Zeitmaschine.

Darüber hinaus steht Musik für den Zeitgeist ihrer jeweiligen Epoche. Sie wird zudem als Sprachrohr und zur (Gruppen-) Identifikation genutzt. Ja und dann gibt es noch das nahezu wahnsinnige Potenzial der Musik, sich im menschlichen Hirn in Windeseile zu verankern und von diesem Besitz zu egreifen. Hört sich spooky an, so als sei Musik ein Virus. Nun, dieses Phänomenen nennt man Ohrwurm. Die Werbung macht davon mit einfachen, aber sehr einprägsamen Jingles regelmäßig Gebrauch.

Musiktherapie ist einfacher als Du denkst

Wer am Boden liegt und über kaum noch Energie verfügt, hat nicht mehr viele Möglichkeiten zur Verbesserung seines Zustands. Dazu müsste man sich ja erst einmal zu etwas aufraffen, was wiederum ein Mindestmaß an Energie voraussetzt. Sich Musik anzuhören, gehört jedoch noch zu relativ einfach zu bewerkstelligenden Tätigkeiten.

Die Auswahl der richtigen Musik zur Anhebung der eigenen Stimmung ist ebenfalls nicht schwierig. Alles was Dir irgendwie Energie gibt, ist ein Fortschritt.

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass in depressiven Phasen agressive Musik für mich genau das richtige ist. Bei Liedern wie »Down with the sickness« von disturbed, »I stand alone« von Godsmack oder etwa »This means war« von Avenged Sevenfold kommt der Rebell in mir hoch. Ich kann mir dann bildlich vorstellen, wie ich allen, die mich schlecht behandelt haben, zusammenschlage und das Blut nur so spritzt.

Warum Wut und Agressionen gar nicht so schlecht sind

Wut ist eine tolle Energie, wenn man aus der Depression oder Niedergeschlagenheit kommt. Sie macht Dich wieder lebendig. Der Geist wird wieder wach. Wut macht Dich wieder handlungsfähig. Sie gibt Dir den felsenfesten Willen und den Kampfgeist, Dich zu wehren und Deine Umstände zu ändern.

Natürlich hat Wut auch ein zerstörerisches Potenzial. Solange Du die Wut durch Musik antriggerst und diese auch in der Musik auslebst, tust Du Dir Gutes. Das Ausleben kann beispielsweise durch Tanzen, Trommeln und oder wildes Mitgröhlen geschehen. Das bringt dann auch gleich den Kreislauf wieder in Schwung. 

Höre Dir das Lied immer wieder an, bis es sich in Dein Hirn gebrannt hat. Je mehr Du den Song verinnerlicht hast und je mehr Du Dich auf ihn emotional einlässt, desto besser kannst Du ihn für Deine Eigentherapie nutzen. Höre ihn einfach 10, 20 oder 30mal am Tag an und lass es zu, dass die Musik Dich in gewisser Weise programmiert. Als Kind hast Du Dich daran auch nicht gestört und geschadet hat es Dir auch nicht.

Die richtigen Songs für Deine für Deine Musiktherapie finden

Im Prinzip ist es mit der Wahl der Musik ganz einfach. Alles, was Dir mehr Energie gibt oder Dir bessere Gefühle bereitet, ist genau richtig. Was aber, wenn Du keinen Zugang zu Deiner Gefühlswelt hast?

Bei Depressionen, also wenn Du keine Energie und Lust zu nichts hast, ist Wut anregende Musik pauschal die richtige Wahl. Songs wie »killing me softly«, jegliche Meditationsmusik oder romantische Liebeslieder sind hier völlig fehl am Platz. Mit Heavy Metal oder Punk Rock hingegen machst Du nichts falsch. Solche Musik ist bei wenig Lebensenergie eine sichere Karte.

Schwieriger wird es mit klaren Musikempfehlungen, wenn Du zwar eine Schwächung erfahren hast, energetisch aber über Wut liegst. Die Wut kannst Du dann zwar noch zur Verarbeitung Deines Schmerzes nutzen. Für ein wirkliches Weiterkommen wird sie Dir aufgrund ihres destruktiven Potentials keine weitere Hilfe mehr sein können.

Folgende Fragen helfen Dir dabei, die richtigen Stücke für Dich zu finden:

  • Wie möchtest Du Dich fühlen (z.B. kraftvoll, ausgeglichen, siegesgewiss, weise)?
  • Welche Lieder erinnern Dich an kraftvolle Momente (z.B. bestandene  Prüfungen)
  • Welche Texte sprechen Dich an, welche Botschaften willst Du verinnerlichen?
  • Welche Lieder haben die Massen zu Deiner Zeit bewegt?

Höre Dir einfach diverse Lieder an. Bei Streamingdiensten wie beispielsweise Spotify kann Musik direkt nach Stimmungslage oder Dekade gesucht werden. Da sollte es nicht lange dauern, bist Du einen mitreißenden Song gefunden hast.

Die richtige bzw. Passende Musikstück für Dich erkennst Du darin, das es sich in Dir verankert. Es wird zum Ohrwurm. Das Bedürfnis, das Lied immer und immer wieder zu hören kommt von innen. Du kannst den Text und die Melodie jederzeit in Deinem Kopf abrufen und dort auch ohne Lautsprecher vor Deinem geistigen Auge abspielen lassen. 

Mitunter wird es 1-2 Wochen dauern, bis die Musik bei Dir ihre Wirkung entfaltet. Das hängt ganz davon ab, wie lange du brauchst, um Dich auf Deinen Song wirklich einzulassen. Aber stehst Du mit Deinem Lied erst einmal in Resonanz wird es zu einem guten Freund, der immer dann kommt, wenn Du ihn brauchst. Er gibt Dir Stärke und Halt in Phasen der Schwäche. Er wird auch dafür Sorgen, dass Du all die Kraft bekommst, um Deine Probleme zu lösen.

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