Der Mann hinter MobbingRatgeber.com

Ich habe mich dazu entschlossen anonym zu bleiben. Der Grund ist, dass ich als Angestellter tätig bin und bei meinem Arbeitgeber keine negativen Gefühle auslösen möchte. Zudem fühle ich insgesamt besser damit und meine dadurch hier »offener« reden zu können.

Auch wenn ich meinen vollständigen Namen hier nicht nenne, so möchte ich schon einen gewissen Einblick in meine Person, Hintergründe und Erfahrungen geben. Genau dafür hast Du ja auf diese Seite geklickt. Ich bleibe dann mal beim Du. Am Ende sind wir ja alle irgendwie Brüder und Schwestern. Und ich bin ja hier, um zu helfen.

Nun also zu meiner Person… Meine Name ist Lars. Ich bin Mitte 40, ungebunden und stehe seit 2001 (mit kleinen Unterbrechungen) im Berufsleben. Mittlerweile verfüge ich über etwas mehr als 7 Jahre Führungserfahrung (Team- und Abteilungsleitung). In der Welt bin ich privat und beruflich viel herum gekommen.

Darauf bin ich nicht unbedingt stolz. Es hat sich irgendwie so ergeben. Die vielen Ortswechsel bin ich mittlerweile leid. Aber das viele Herumkommen hat ganz klar dazu beigetragen, dass ich Dinge aus vielen unterschiedlichen Perspektiven betrachten kann.

Längere Reisen in unterschiedliche Kulturen haben mich zudem erkennen lassen, wer ich bin und was mich wirklich ausmacht. Intellektuell meinte ich das vorher auch schon verstanden zu haben. Wenn man jedoch längere Zeit nicht in der eigenen Heimat ist, bekommt man durch das andere Umfeld auch einen emotionalen Zugang zu seinen Wurzeln.

Mit Mobbing am Arbeitsplatz habe ich auch meine Erfahrungen sammeln »dürfen«. Beim ersten Mal wurde mir die Tragweite dieses Themas erst im Nachhinein bewusst. Ich war noch zu jung und unerfahren, um das volle Ausmaß auch nur annähernd zu begreifen.

Ein guter Kollege meinte eher beiläufig, dass er ein Bossing-Opfer ist. Er erzählte mir, dass er von einem Divisionsleiter aus dessen Bereich herausgeekelt wurde. Sein direkter Chef sorgte jedoch dafür, dass er in der Firma in einer anderen Abteilung untergekommen ist. Sein Gesicht konnte er damit wahren und war bei seinen neuen Kollegen geschätzt.

So ganz habe ich nicht verstanden, was denn nun so schlimm am Bossing gewesen sein soll. Nach meiner Ansicht war ihm eigentlich nichts passiert. Auch konnte ich nicht verstehen, warum er sich so anstellt.

Über die weiteren Monate wurde er zunehmend eigenartiger. Er wirkte irgendwie abwesend und isolierter. War er anfangs noch gewitzt und schlagfertig, so nahm er sich immer weiter zurück und auch seine Beiträge passten immer weniger zum Gesprächsthema.

Die Kollegen klopften beim Gang in die Mittagspause kräftig an seine Stuhllehne. Denn anders bekam er es nicht mit, dass nun alle in die Kantine gehen. Sich mit ihm zu unterhalten, wurde für mich auch immer schwieriger. Da ich jedoch über ein gewisses Mitteilungs- und Austauschbedürfnis verfüge, wurden meine an ihn gerichteten Sprüche auch immer derber. Nur so gelang es mir, zu ihm durchzudringen.

Irgendwann nahm mich eine ältere Kollegin zur Seite. Sie erklärte mir, dass mein Kollege unter Depressionen leidet und wahrscheinlich Antidrepessiva nimmt. Ich war schockiert. Mir wurde schlagartig bewusst, wie schäbig mein Verhalten ihm gegenüber war (auch wenn ich das in meinem damals jugendlichen Lichtsinn nicht beabsichtigt hatte). Zudem begann ich zu begreifen, dass Bossing kein Kavaliersdelikt ist.

Über die Jahre bekam ich mit, wie mein Kollege an den Folgen des Mobbings nach und nach zerbrach. Beim Wechsel in eine andere Firma ereilte ihn ein noch schlimmeres Schicksal. Lange konnte ich nicht begreifen, warum er sich vom Mobbing durch seinen Vorgesetzten einfach nicht erholen konnte.

Tja und eines Tages wurde ich dann plötzlich selbst zum Mobbingopfer… Zunächst hatte ich keine Vorstellung davon, wie schlimm es mich wirklich getroffen hatte. Klar die Situation fühlte sich nicht gut an und bereitete mir einige schlaflose Nächte. Allerdings konnte ich mich bisher auf ein dickes Fell als Schutz verlassen. So schnell ging mir bisher nichts unter die Haut.

Und dann bemerkte ich, dass ich bereits 10 Minuten vor dem Brotregal im Supermarkt stand. Ich war einfach nicht in der Lage, mich für ein Brot zu entscheiden. Es schien eine unlösbare Aufgabe zu sein. Ja, was soll ich sagen? Genau ab diesem Punkt wurde mir klar, dass ich das erste Mal in meinem Leben wirklich Hilfe brauche.

War ich einst wie eine stolze und unbekümmerte Eiche, an der sich jede Sau schuppen konnte, war ich nun nur noch ein Haufen Elend. So schnell kann es gehen… Und nun bekam ich auch den Hauch einer Vorstellung, was mein oben genannter Kollege wohl durchgemacht haben musste.

Glücklicherweise verfüge ich über ein recht hohes Maß an Resilienz. Lange hielt ich dies für ein Geschenk der Natur. Allerdings lernte ich, dass es sich um viele kleine Geschenke des Lebens handelte. Mit jeder schwierigen Situation, die ich in meinem Leben gemeistert habe, bekam ich ein wenig eine weitere Portion Resilienz geschenkt.

Ich will damit nicht behaupten, dass ich ein extrem hartes Leben hatte. Es war eher so, dass ich Lektion um Lektion »geschenkt« bekommen habe. Damit konnte ich mich wie in einem Computerspiel Level für Level weiterentwickeln.

Nun stehe ich an einem Punkt, an dem ich meine vielfältigen Erfahrungen weitergeben möchte. Damit verbinde ich die Hoffnungen, meinen Beitrag für eine die Gesellschaft und eine bessere Welt zu leisten. Mit anderen Worten, das Thema Mobbing ist mir eine Herzensangelegenheit.

Für Anregungen wie ich diese Seite noch besser machen kann, sei es Inhalt, Design oder Schreibstil, würde ich mich sehr freuen. Wenn Du magst, dann nimm doch einfach Kontakt zu mir auf oder hinterlasse einen Kommentar.